Haarmythen aufgedeckt · BENEGANIC Haarwissen
Warum ein Haar nicht plötzlich weiss werden kann
Ein Haar bekommt seine Farbe bereits während seiner Entstehung in der Haarwurzel. Dort wird das Farbpigment Melanin fest in den wachsenden Haarschaft eingebaut. Sobald dieser Teil des Haares aus der Kopfhaut herausgewachsen ist, ist er verhornt und biologisch nicht mehr aktiv. Die Farbe kann deshalb weder „herausfallen“ noch vom Körper nachträglich entfernt werden. Ein bereits vorhandenes dunkles Haar wird also nicht plötzlich auf seiner gesamten Länge weiss.
Welche Rolle spielt Stress?
Ganz unschuldig ist Stress trotzdem nicht. Starker psychischer Stress oder eine schwere emotionale Belastung kann die Pigmentbildung in einzelnen Haarfollikeln beeinflussen. Die Melaninproduktion kann während einer besonders belastenden Phase stark zurückgehen oder vorübergehend ganz aussetzen.
Das bedeutet: Das Haar wächst ab diesem Zeitpunkt grau oder weiss weiter, während der bereits vorhandene dunkle Teil dunkel bleibt. Bei einzelnen untersuchten Haaren setzte die Pigmentbildung wieder ein, nachdem die starke Stressphase vorüber war.
Warum jemand trotzdem plötzlich deutlich grauer aussehen kann
Es gibt noch eine weitere mögliche Erklärung für das vermeintliche „Ergrauen über Nacht“: Noch pigmentierte Haare können bevorzugt ausfallen, während bereits vorhandene graue oder weisse Haare stehen bleiben. Dies kann bei seltenen Formen des kreisrunden Haarausfalls vorkommen. Dadurch kann tatsächlich der Eindruck entstehen, jemand sei innerhalb kürzester Zeit stark ergraut - obwohl kein bereits gewachsenes Haar plötzlich seine Farbe verloren hat.
Kurz gesagt
Starker Stress kann die Pigmentproduktion in der Haarwurzel beeinflussen und dazu führen, dass neu gebildete Haarabschnitte grau oder weiss wachsen.
Was Stress nicht kann: einem bereits gewachsenen dunklen Haar über Nacht die Farbe entziehen.